Next Level für Robotics
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Next Level für Robotics

KI.RPA erforscht Tools für vollautonome Prozessoptimie-rung

Darmstadt, 04.02.2019 – Robotergestützte Prozessautomatisierungen erweisen sich aktuell mehr und mehr als zentrale Optimierungstechnologie für effiziente, fehlerfreie und transparente Unternehmensabläufe. Die erforderliche Konfiguration der Software-Roboter ist in der Realität jedoch bisher mit einem erheblichen manuellen Aufwand verbunden – der tatsächlichen und vor allem durchgängigen Autonomie solcher Systeme sind also bis jetzt relativ deutliche Grenzen gesetzt.

Das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMFB) mit einem siebenstelligen Betrag gefördert Forschungsprojekt KI.RPA hat es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern: Seit wenigen Monaten erkundet das auf 2 ½ Jahre angelegte Projekt eine aussichtsreiche Lösung des oben genannten Problems. Grundlage des Ansatzes ist eine bisher einmalige Kombination von künstlicher Intelligenz (KI), Robotic Process Automation (RPA) und Process-Mining.

Konsortialführer von KI.RPA ist die Servicetrace GmbH, ein Monitoring-Software-Spezialist, der seine Expertise im Bereich der Ablaufoptimierung und der Robotik mit einbringt. Weitere Projektpartner sind das gemeinnützige August-Wilhelm-Scheer Institut für digitale Produkte und Prozesse (AWSi), das mit seinen Kompetenzen als Forschungsdienstleister mitwirkt, die Process Analytics Factory GmbH (PAF) als Spezialist und Lösungsanbieter für Process Mining, das Telekooperation Lab (TK) der Technischen Universität Darmstadt, zur Untersuchung des praktischen Nutzens von Process-Mining-Verfahren sowie die Deutsche Telekom Service GmbH (DTS) als Praxispartner, der über umfangreiche Erfahrung mit bereits im Unternehmen implementierten RPA-Projekten verfügt.

Auf dem Weg zum virtuellen Mitarbeiter-Pool

„Unsere Servicetrace Robots führen applikations- und medienübergreifende Prozesse komplett fehlerfrei und konstant aus. So verschaffen sie natürlich Mitarbeitern mehr Zeit für komplexe Aufgaben und herausfordernde Projekte", so Markus Duus, CEO der Servicetrace GmbH. Ziel des Projektes ist es, ein Tool zu entwickeln, mit dem Unternehmen zukünftig virtuelle Mitarbeiter-Pools auf Robotics-Basis erschaffen können, die menschliche Mitarbeiter bei wiederkehrenden Aufgaben unterstützen – und zwar ohne die Beschränkungen heutiger Software-Roboter, wie hohem Konfigurationsaufwand, starr vorgegebenen Abläufen sowie geringen Freiheitsgraden im Prozessablauf

Dazu entwickelt das Projektteam ein neuartiges Softwaresystem, das die Daten und Arbeitsschritte verschiedener End-to-End-Prozesse direkt an der menschlichen Schnittstelle erfasst, analysiert, den Prozess dann selbständig lernt – und ihn anschließend sogar selbst in einer optimierten Form ausführt. Eine Zukunftvision könnte hier Realität werden: Das geschlossene System, das vollständig autonom und sich selbst stetig optimierend ohne Eingriffe von außen agiert.

„Es ist im Grunde der Traum jeder Industrie: Eine Technologie, die selbständig lernt und handelt. Mit unserer an jedem digitalen Arbeitsplatz einsetzbaren, Process-Mining-Software PAFnow in Power BI liefern wir hierzu das datenbasierte technologische Grundgerüst und damit sozusagen die Denkstruktur des Systems“, so Tobias Rother, CEO der PAF GmbH, zur Rolle des Process-Mining-Verfahrens innerhalb der Lösung.

Kernelement des Tools ist eine KI, die in der Lage ist, auf Basis von Process-Mining-Technologien die manuellen Arbeitsschritte der menschlichen Anwender bei der Eingabemaske zu untersuchen. Rückgrat der Software werden eigens von KI.RPA auf Basis von Deep- und Machine Learning entwickelte Algorithmen sowie eine Process Robotics Engine sein.

Effizientere Unternehmen durch bessere Arbeitsbedingungen

Neben technologischer Innovation zielt das Projekt auch darauf ab, Unternehmen die Möglichkeit an die Hand zu geben, Mitarbeiter von ermüdenden Routineaufgaben für anspruchsvollere Tätigkeiten freizusetzen – und damit zugleich Kosten zu reduzieren, die Geschwindigkeit zu erhöhen und die Fehlerquote zu senken. Das dahinterliegende Potenzial ist enorm: Im Regelfall kann ein Software-Roboter bis zu fünf Mitarbeiter von repetitiven Abläufen entlasten. Somit kann der Mensch sich Aufgaben widmen, bei denen seine einzigartige Erfahrung und Entscheidungsfähigkeit gefragt sind. „Künstliche Intelligenz revolutioniert die klassische Büroarbeit. In KI.RPA entwickeln wir intelligente, selbstlernende Softwareroboter, die Prozesse strukturieren und automatisieren. Unternehmen werden effizienter, Mitarbeiter können freier und kreativer arbeiten,“ so Dr. Christian Linn, Digitization Professional beim AWS-Institut für digitale Produkte und Prozesse.

Milliardenpotenzial in zahlreichen Branchen

Die derzeitigen Marktzahlen prognostizieren für das Jahr 2020 ein weltweites Marktvolumen von rund fünf Milliarden US-Dollar allein für die Prozessautomatisierung im IT-Umfeld (Quelle: statista, Transparency Market Research). Hinzu kommen potenzialstarke Anwendungsfelder wie das Gesundheitswesen, der Vertrieb sowie Verwaltungsprozesse. Die von den Projektpartnern angestrebte Lösung richtet sich hierbei nicht nur an Großunternehmen, sondern auch an kleine und mittlere Unternehmen, denen entsprechende RPA-Lösungen bisher aufgrund des kostenintensiven, externen Beraterbedarfs verwehrt blieben.

Weitere Informationen zu KI.RPA finden sie bei den Projektpartnern unter:

Servicetrace GmbH: https://www.servicetrace.de/robotic-process-automation/

AWSI gGmbH: https://www.aws-institut.de/ki-rpa/

Process Analytics Factory GmbH: https://pafnow.com/de/research/

Telekooperation Lab: https://www.tk.informatik.tu-darmstadt.de/

Eine Teilfinanzierung des Projekts erfolgt dabei aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Förderlinie KMU-innovativ: Informations- und Kommunikationstechnologien